Lärmaktionsplanung der Stadt Ostfildern
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Bolay, Herr Bürgermeister Lübke, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Der Entwurf des Lärmaktionsplans weist in die richtige Richtung. Unseren Mitbürgerinnen und Mitbürger soll ein ruhigeres und gesünderes Lebensumfeld ermöglicht werden. Die Lärmaktionsplanung (LAP 4) setzt in der 4. Runde, bei veränderten Rahmenbedingungen, ein deutliches Signal für weniger Lärm und mehr Lebensqualität. Lärm kann krank machen – das wissen wir aus zahlreichen Studien. Lärm hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, sondern kann auch langfristige gesundheitliche Probleme verursachen. Schlafstörungen, Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen – all das sind Folgen einer hohen Lärmbelastung.
Deshalb unterstützen wir die durchgehende Einführung von Tempo 30 an allen Hauptverkehrsstraßen während der Tageszeiten als kurzfristige und wirkungsvollste Maßnahme zur Lärmminderung. Und die Verwendung von lärmmindernden Straßenbelägen, wenn eine Fahrbahnsanierung ansteht, als mittelfristige Maßnahme. Ziel ist es, die Lärmbelastung unter den Wert von 65dB am Tag und 55 dB in der Nacht zu senken. Damit folgt die Planung den Empfehlungen des Landes, liegt aber über den von der WHO angestrebten niedrigeren Werten. Eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h (Tag und Nacht) trägt bedeutend zur Minderung der Geräuschemissionen bei und hat viele positive Nebeneffekte: sie erhöht die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind und reduziert die Schadstoffemissionen. Darüberhinaus erwarten wir, dass die Senkung der Geschwindigkeit, den Verkehrsfluss stabilisiert und Stausituationen reduziert. Stress und Frustration, die durch stop-and-go-Verkehr entstehen, können erheblich gesenkt werden. Letztlich kommt ein ruhigerer Verkehrsfluss allen zugute: den Autofahrenden, den Radfahrern, den Fußgängern und den Anwohnerinnen und Anwohnern. Aber auch die Busverkehre profitieren.
Ganz nebenbei könnte der Abbau des Schilderwaldes zu einer Beruhigung des Straßenbildes und zu einer größeren Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden führen, mit welcher (dann einheitlichen) Geschwindigkeit durch den Ort gefahren werden soll.
Es ist gut, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben und Neuberechnungen wegen der veränderten Lärmwerte notwendig sind. Aber auch, dass der Zustimmungsvorbehalt durch das Regierungspräsidiums weggefallen ist und nun die Möglichkeit des Lückenschlusses bis zu 300m Länge besteht. Wichtig wird nun die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Es muss transparent darlegt werden, welche Maßnahmen getroffen werden sollen und wie sich diese auf den Alltag auswirken.
Mit voller Überzeugung unterstützt die grüne Gemeinderatsfraktion den vorbereiteten Weg zur Lärmminderung in allen Punkten des Beschlussantrages.